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Juca 2021 – Ein Stück Hoffnung und viele Fragezeichen

In drei Monaten soll das Juniorencamp für junge Tambouren, Pfeiferinnen und Pfeifer stattfinden – unter neuer Leitung und unter ganz anderen Vorzeichen als vor zwei Jahren. Noch ist Vieles ungewiss, der definitive Entscheid über die Durchführung soll bis Mitte Mai fallen.

Sommer 2019: Die Menschenmengen am Strassenrand jubeln am Nachmittag den vorbeimarschierenden Tambouren- und Pfeifergruppen zu, die durchs Dorf paradieren. Am Abend dann brandet im voll gefüllten Konzertsaal den Nachwuchstrommlern und -pfeferinnen des Schweizerischen Tambouren und Pfeiferverbandes (STPV) nach gelungener Darbietung Applaus entgegen. Das STPV-Juniorencamp 2019: ein Lager reich an zwischenmenschlichen Kontakten und publikumswirksamen Auftritten.

Frühling 2021: Isabella Walzthöny reagiert nachdenklich auf die Frage, wie und ob überhaupt das Juca 2021 über die Bühne gehen wird. Trotz sanften Öffnungen dominieren im Alltag die Beschränkungen rund um Covid-19 nach wie vor. Die neue Juca-Gesamtleiterin sagt jedoch klar: «Im Moment habe ich die Hoffnung und glaube daran, dass wir das Juca durchführen können.» Sicher sei es jedoch nicht, noch seien viele Fragen offen.

Isolation der einzelnen Gruppen?

Die 32-jährige Ostschweizerin, die bei den Stadttambouren Wil den Nachwuchs leitet, erinnert sich noch gut, dass letzten Sommer die Euphorie gross war: Die erste Welle war gerade vorbei, die täglichen Ansteckungszahlen sehr tief, das Leben fast wieder normal. «Damals hatte ich die erste Zoom-Sitzung mit allen 15 musikalischen Leiterinnen und Leitern. Und niemand hatte Zweifel an der Durchführung im Sommer 2021, die zweite und dritte Welle waren noch weit weg.» 

Dann kam jedoch der Herbst 2020 und mit ihm die nächste Stufe der Ungewissheit, dann der nächste Lockdown. Unbeirrt hat Isabella Walzthöny die Planungsarbeiten vorangetrieben, auch wenn die Fragezeichen immer zahlreicher wurden. Im Moment scheinen folgende Punkte am Ende den Ausschlag zu geben, ob das Juca durchgeführt werden kann oder nicht:

  • Wie viele Teilnehmende sind für den Lagerbetrieb in Tschorren auf dem Brünigpass im Kanton Bern zugelassen? Um die 100 wie in den letzten Lagern oder allenfalls nur 50? «Bei einer solchen Einschränkung müssten wir uns ernsthaft überlegen, ob wir das Juca durchführen wollen», so Walzthöny.
  • Welches Schutzkonzept muss angewendet werden? Wird beispielsweise vorgeschrieben, die einzelnen Gruppen im Lager strikt voneinander zu trennen? Wäre das überhaupt möglich?
  • Müssen alle Teilnehmenden durch den STPV auf Covid-19 getestet werden? Wäre das organisatorisch zu stemmen?

Nur Platzkonzerte möglich?

Wenn Isabella Walzthöny ihr berufliches Umfeld als Massstab nimmt, sieht es eher düster aus. «In der Schule Frauenfeld wurden alle Schullager abgesagt bis Ende 2021», sagt die Schulleiterin der Primarschule Frauenfeld. Wenn sie aber die Merkblätter und Schutzkonzepte von «Jugend + Sport» oder «Jugend und Musik» beizieht, sieht es besser aus. «Wir müssen uns aber die Frage stellen, ob und in welchem Ausmass beispielsweise eine Konzerttournée möglich ist. Gibt es eventuell nur Platzkonzerte oder gar ein reines Trainingscamp ohne öffentliche Auftritte?» Dazu müsse man die nächsten Wochen, die Entwicklung der Pandemie sowie die Vorgaben der Behörden abwarten, so Isabella Walzthöny. Aufgrund der Ungewissheit wartet sie so lange wie möglich mit kostenintensiven Bestellungen wie Drucksachen oder Juca-Bekleidung zu.

«Einiges wird sich an der nächsten STPV-Vorstandssitzung Ende April entscheiden.» Danach lasse sie sich noch etwas Zeit, bis dann gegen Mitte Mai der Entscheid kommuniziert werde.

Klar ist: Die Anmeldefrist läuft bis Ende April weiter. Sollte das Juca dann doch abgesagt werden, wird der volle Betrag zurückerstattet. Wir setzen jedoch alles daran, dass das Lager stattfinden kann.»

Philippe Müller

Anmeldung Juca 2021 (23.-31. Juli 2021, Tschorren, Brünig) möglich bis 30. April 2021 unter www.stpv-astf.ch.

Isabella Walzthöny, Gesamtleiterin Juca 2021

Bahn frei für das nächste Eidgenössische!

Der STPV kann einen Bewerber für das nächste Eidgenössische Tambouren- und Pfeiferfest präsentieren: Der Grossanlass soll 2023 in Savièse stattfinden.

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